aus dem Expertenblog von Brigitte Litzenberger

Warum ich aufgehört habe, für mein Gründercoaching zu werben.

Es war nicht falsch. Es hat mir einfach nicht mehr gehört.

Ich habe Jahre damit verbracht, Frauen beim Aufbau ihrer Selbstständigkeit zu begleiten. Businesspläne, Positionierung, der erste Kunde, die erste Absage, der zweite Anlauf. Ich kenne das Terrain. Ich habe meine Klientinnen geliebt. So tolle Frauen. Mutig, kreativ, entschlossen. Das war echte Arbeit, die ich gerne gemacht habe.

Aber irgendwann konnte ich das Drumherum nicht mehr ertragen.

AVGS-Gutscheine, die immer schwerer zu bekommen sind. Bildungsträger, die früher Anfragen vermittelt haben und heute sagen: Sieh zu, dass du selbst Kunden an Land ziehst. Eine ARGE, die mit Menschen spielt. Ich hatte eine Klientin, die an der 150-Tage-Regel gescheitert ist. Nicht weil sie zu wenig wollte. Sondern weil ihr Sachbearbeiter ständig nicht erreichbar war und sie Angst hatte, zu viel Druck zu machen. Diese Angst vor der Behörde, die so viele Gründerinnen lähmt, während das System so tut, als wäre es auf ihrer Seite.

Und dann die Coaches. Die Versprechen, die nicht gehalten werden. Die Selbstvermarktung, die nichts dahinter hat. Ich kann das nicht. Ich konnte es nie. Ich mache Gründercoaching immer noch, weil ich es kann und weil ich es mag. Aber ich mache keine Werbung mehr dafür. Der Markt ist so wie er ist, und ich habe keine Lust, mich darin zu verbiegen.

Also habe ich angefangen, genauer hinzuschauen, was mich wirklich antreibt.

Das Thema, das mich nicht loslässt, ist eines, das kaum jemand kennt. Mental Load ist gerade überall. LinkedIn, Instagram, Podcasts. Jeder nickt. Jeder teilt. Aber Mental Load und Trailing Spouse? Das ist eine andere Geschichte. Den Begriff Trailing Spouse kennen fast nur die Frauen, die es selbst sind. Und die sitzen in ihrer eigenen Bubble und denken, sie sind die Einzigen.

Sie sind es nicht. Aber niemand redet mit ihnen darüber. Wirklich darüber.

Trailing Spouses sind Frauen, die ihrem Partner ins Ausland gefolgt sind. Die ihre Karriere zurückgestellt haben, ihr Netzwerk zurückgelassen, ihre Sprache, ihren Alltag, manchmal auch ihr Selbstverständnis. Die in einem neuen Land ankommen und feststellen, dass niemand gefragt hat, wie es ihnen dabei geht. Nicht das Unternehmen, das den Partner entsandt hat. Nicht das HR-Team, das das Relocation-Paket organisiert hat. Niemand.

Ich kenne das. Nicht aus Büchern.

Ich bin als Teenager nach Deutschland gekommen. Ich habe selbst einen Umzug innerhalb Deutschlands mitgemacht, für den Job meines Mannes, mit einem einjährigen Kind und ohne Netzwerk am neuen Ort. Ich habe Jahre im Bereich Global Mobility gearbeitet und von innen gesehen, wie Unternehmen Entsendungen planen. Sorgfältig, detailliert, teuer. Und wie systematisch die Partnerin dabei übersehen wird. Nicht aus Böswilligkeit. Einfach weil niemand hinschaut.

Tausend bis tausendfünfhundert Euro für Bewerbungscoaching oder Urkundenübersetzungen. Das war oft das gesamte Budget für die Partnerin. Während die Frau daneben sitzt und nicht mehr weiß, wer sie ist, wenn sie nicht mehr die ist, die sie zu Hause war.

Ich habe keine Lust mehr, bei diesem kollektiven Nicken mitzumachen. Ich will etwas tun.

Deshalb bin ich jetzt hier. Als Expat und Inpat Coach. Mit EFT, mit Wirtschaftspsychologie, mit echter Berufserfahrung in Global Mobility und mit der persönlichen Erfahrung einer Frau, die weiß, wie es sich anfühlt, in einem fremden Kontext zunächst unsichtbar zu sein.

Das wird ein heißer Herbst. Ich fange gerade erst an, laut zu werden.

Wer schreibt hier?

Brigitte Litzenberger

Brigitte Litzenberger

unterstützt Frauen dabei, beruflich unabhängig zu werden und ihr Business sicher zu starten, um mit Klarheit, ohne Stress durchzustarten
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